Intraday-Markt

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IntradayMarkt

Im Intraday-Markt werden Strommengen im Bereich von 15-Minuten- bis zu einer Stunde gehandelt, die am Folge- oder am gleichen Tag ausgetauscht werden.

In Deutschland existieren drei Intraday-Märkte, an denen elektrische Energie bis zu 30 Minuten vorm Lieferzeitpunkt gehandelt wird. Dies sind

  • eine Eröffnungsauktion für jede Viertel-stunde des Folgetages,
  • der kontinuierliche Handel für jede Stunde und
  • der kontinuierliche Handel für jede Viertelstunde.

Deutsche Intraday-Märkte
(Quelle: T. Veith, MOOC Europäische Elektrizitätswirtschaft, 2017)

In der Viertelstunden-Eröffnungsauktion und im kontinuierlichen Viertelstundenhandel ist es möglich, elektrische Energie für jede Viertelstunde des Folgetages zu handeln. Vertragsabschlüsse 30 Minuten vor der Lieferung und Kontrakte für nur 15 Minuten ermöglichen eine enorme Flexibilität. Diese wird aber auch aufgrund der Bedeutung der fluktuierenden Erneuerbaren zwingend benötigt. Sie bietet gerade Erneuerbaren-Erzeugern die Chance, kurzfristige Wetterprognosen besser in ihrem Kalkül zu berücksichtigen und möglichst realistische Angebote zu machen.

Ablauf

Jeder Stromverbraucher und Stromerzeuger muss die Strommenge, die er einspeist bzw. verbraucht prognostizieren. Diese Prognosen werden „Fahrpläne“ oder auch „Profile“ genannt, diese müssen am Tag vor der Erzeugung bzw. der Entnahme der Strommenge beim Übertragungsnetzbetreiber angemeldet werden. Im Intraday-Handel werden Stundenprodukte ab 15:00 Uhr des Vortages bis 30 Minuten vor Bereitstellung gehandelt (bis 5 Minuten vor Bereitstellung in derselben Regelzone). Viertelstundenprodukte werden ab 16:00 Uhr des Vortages bis 30 Minuten vor Auslieferung (bis 5 Minuten vor Bereitstellung in derselben Regelzone). Die kleinste Strommenge für den Handel beträgt 0,1 MWh. Der Preis bildet sich nach Geboten und wird Gebotspreis genannt.

Bedeutung

Der Intraday-Handel dient hauptsachlich dazu, Mehr- oder Mindermengen von Bilanzkreisen durch den kurzfristigen Handel an der Börse möglichst gering zu halten, um die zuvor abgegebenen Prognosen einzuhalten. Durch den Intraday-Handel ist es möglich vor dem Einsatz von Regelenergie unvorhergesehenen Änderungen in der Stromproduktion entgegenzuwirken.

Entwicklung des Börsenmarktes

Das Volumen des Intraday-Handels ist im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen. 2017 belief sich die Strommenge am deutschen und österreichischem Intraday-Markt auf 41TWh; ein Zuwachs von 3TWh (+9%) zum Vorjahr.

Autoren:

Otto Dräger, Matthias Lange, Jonathan Laun, Carl Oestreich

Quellen:

Epexspot Press Release http://static.epexspot.com/document/34250 (14.03.18)

https://www.next-kraftwerke.de/wissen/strommarkt/intraday-handel (14.03.18)

Bundesnetzagentur, Bonn, Monitoringbericht 2017 https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Downloads/DE/Allgemeines/Bundesnetzagentur/Publikationen/Berichte/2017/Monitoringbericht_2017.pdf?__blob=publicationFile&v=3   (14.03.18)

Panos, Konstantin (2016), 4. Auflage Praxisbuch Energiewirtschaft